Treffen am 170. Todestag von Heinrich von Minutoli (1772-1846)

 

 

 

Am Freitag, den 16. September 2016,

trafen sich Mitglieder der Minutoli-Gesellschaft und Gäste

um 10 Uhr 45

am Eingang des Alten Garnisonsfriedhofs,

Kleine Rosenthaler Straße 3 (10119 Berlin).

 

Wir gingen zum Gedenkstein ...

 

 

Mitglieder der Minutoli-Gesellschaft e.V. am 16.9.2016

 

am Gedenkstein für Heinrich von Minutoli

mit 3 Rosen für die drei Söhne:

Adolph (1802-1848),

Julius (1804-1860) und

Alexander (1806-1887).

 

Streiflichter auf ein abenteuerliches Leben.

Die Anwesenden haben sich anhand eines 4-seitigen Informationspapiers mit dem Leben von Heinrich von Minutoli beschäftigt, dem Privatleben, dem Offizier, dem Ausgräber, Altertümer- und Kunstsammler, dem umfassend gebildeten Prinzen-Erzieher, dem Forschungsreisenden nach Ägypten, dem Mitglied in gelehrten wissenschaftlichen und in Künstler-Vereinen, den Ersteigerungen für den preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm (IV), dem Schriftsteller und seinem Tod.

 

 

Die 5. Mitgliederversammlung findet am 30. Mai 2017 um 17 Uhr in Berlin statt.

Interessenten wenden sich bitte per E-Mail an die 1. Vorsitzende D. Minkels.

Zusammenfassung:

 

 

 

Der auf vielen Wissensgebieten hoch gebildete Jurist und Staatswissenschaftler Dr. Julius Rudolph Ottomar Menu von Minutoli (1804-1860) war auf vielen Arbeitsgebieten tätig:

 

  • als Gutachter für die Restauration einer alten Kirche in Vallendar bei Koblenz,
  • als für die Probleme der Menschen engagierter Beamter für Polizei- und Militärangelegenheiten in Posen [heute Poznan/Polen] und Berlin mit besonderem Schwerpunkt auf der Gefängniskunde,
  • als Forschungsreisender,
  • als Architekturzeichner, Darsteller von Personen, Trachten, Uniformen, Objekten aus dem Kunstgewerbe und des Handels, Dokumentarist der Tierhaltung und der Industrieentwicklung in verschiedenen Ländern,
  • als Berater der Regierung des preußischen Königs und Ministerien der spanischen Königin,
  • als Kontaktmann zu einflußreichen Persönlichkeiten und Herrschern im In- und Ausland, der Möglichkeiten zu Handelsvertrags-Abschlüssen mit anderen Nationen ausloten sollte,
  • als anonymer Autor von Beiträgen in der Preußischen Staatszeitung, der Leipziger Illustrierten, der Augsburger Allgemeinen Zeitung und dem Deutschen Kunstblatt,
  • als pfiffiger, unkonventioneller Polizeipräsident in Posen und Berlin, der 1848 als Kontaktmann zwischen dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. und den zu mehr Einfluß strebenden Personen fungierte,
  • als Dokumentarist der Vorgänge in der Berliner Märzrevolution,
  • als Förderer von Personen, die ebenfalls Beiträge dazu liefern konnten, um ein umfassendes, möglichst sachliches historisches Bild zu 1848 für die Nachwelt zu erhalten,
  • 1848 als Organisator einer Bürgerwehr in Berlin,
  • als Organisator einer - zum großen Teil unbewaffneten - Schutzpolizei in Preußen,
  • als Erfinder des - heute noch gültigen - Prinzips der Deeskalation im aktiven Polizeidienst,
  • als Generalkonsul für Spanien und Portugal,
  • als Autor verschiedener Sachbücher zur Gefängniskunde, zur frühen Geschichte der Hohenzollern, zu Geschichte, Geographie, Handel und Volkssitten in Spanien sowie seinen Kolonien auf den Kanarischen Inseln, Portugal und seinen Kolonien,
  • als Forscher und Sammler auf den Gebieten Botanik, Zoologie, Mineralogie, Kunstgewerbe und Kunst für Museen in der Heimat,
  • als Gutachter in archäologischen Fragen,
  • zuletzt für den Deutschen Zollverein als erster deutscher Ministerresident und Generalkonsul in Persien.

 

 

 

Hunderte auf drei Kontinenten entstandene Zeichnungen zeigen zahlreiche Orte und Gebäude, die es heute nicht mehr gibt. Manche idyllisch wirkende Darstellungen belegen Orte, die hochpolitisch sind, da sie Belege für die asymmetrische Kriegsführung unter der französischen Kolonialmacht in Algerien sind.

 

Minutoli war ein kontaktfreudiger, unermütlich tätiger engagierter Humanist, ein Menschen- und Tierfreund, ein wandlungsfähiger sportlicher Dandy, der auch unter härtesten Bedingungen seinen Dienst für das Vaterland und die Wissenschaft erfüllte.

 

 

 

Kontakt:                                    

Dorothea Minkels

13465 Berlin              

Mail: dminkels@t-online.de