Die Gründung der Minutoli-Gesellschaft Berlin

fand am 12. Februar 2016  im Bode-Museum durch 7 Mitglieder statt.

Der Verein  wurde am 23. Mai 2016 beim Amtsgericht Charlottenburg in Berlin unter dem Aktenzeichen VR 34985 B eingetragen.

Minutoli-Gesellschaft Berlin e.V.

Weshalb wurde eine Minutoli-Gesellschaft gegründet ?

- Da in Bibliotheken und Archiven meistens nur unter dem Nachnamen inventarisiert wurde, herrscht heute

teilweise Unkenntnis über die verschiedenen Personen der Familie Minutoli. Es gibt daher mehrere

Sammlungen Minutoli, u.a. in Berlin, eine vom Vater Heinrich im Ägyptischen Museum, eine Büchersammlung

aus Persien von seinem Sohn Julius in der Orientabteilung der Staatsbibliothek, eine riesige Sammlung von

Heinrichs jüngstem Sohn Alexander im Berliner Kunstgewerbemuseum und eine Porzellansammlung bei

der Stiftung preußische Schlösser und Gärten. Archivare in Deutschland inventarisierten unter dem Namen

von Julius von Minutoli auch zahlreiche Briefe von Alexander an den gleichen Adressaten.

 

 - Es tauchen immer mehr Objekte aus den umfangreichen, hochwertigen Sammlungen der vier Minutolis,

des Vaters Heinrich und seiner Söhne Adolph, Julius und Alexander sowie deren Nachkommen und

Erben auf dem internationalen Kunstmarkt auf.

 

- Viel Archivmaterial zu den Minutolis findet man im Geheimen Staatsarchiv in Berlin. Aber es befindet

sich auch Archivmaterial zu Alexander von Minutoli im Museum of Modern Art in New York! Hier wurde

damit geforscht: In einer amerikanischen Enzyklopädie von 2008  erfährt man, dass Daguerrotypien der

Sammlung von Alexander von Minutoli in Liegnitz 1851 auf der großen Ausstellung in London, 1854

auf der Allgemeinen Deutschen Industrie-Ausstellung in München, 1855 drei Alben mit Abbildungen

von herausragenden Objekten seiner Sammlung auf der Expositon universelles in Paris und in Brüssel zu

sehen waren.

 

- Es ist zu erwarten, dass ein eingetragener Verein mit einer Internetseite  aus vielen Quellen mit

diesbezüglichen Informationen gespeist wird.

 

 - Man hofft, dass sich im Verein Personen versammeln werden, die sich mit unterschiedlichen

Angehörigen der Familie Minutoli beschäftigt haben und gezielt zu diesen Informationen sammeln.

 

 - Eine Zusammentragung der derzeit vorhandenen Informationen in einem vom Verein herausgegebenen

Sammelband ist wünschenswert.

Zusammenfassung:

 

 

 

Der auf vielen Wissensgebieten hoch gebildete Jurist und Staatswissenschaftler Dr. Julius Rudolph Ottomar Menu von Minutoli (1804-1860) war auf vielen Arbeitsgebieten tätig:

 

  • als Gutachter für die Restauration einer alten Kirche in Vallendar bei Koblenz,
  • als für die Probleme der Menschen engagierter Beamter für Polizei- und Militärangelegenheiten in Posen [heute Poznan/Polen] und Berlin mit besonderem Schwerpunkt auf der Gefängniskunde,
  • als Forschungsreisender,
  • als Architekturzeichner, Darsteller von Personen, Trachten, Uniformen, Objekten aus dem Kunstgewerbe und des Handels, Dokumentarist der Tierhaltung und der Industrieentwicklung in verschiedenen Ländern,
  • als Berater der Regierung des preußischen Königs und Ministerien der spanischen Königin,
  • als Kontaktmann zu einflußreichen Persönlichkeiten und Herrschern im In- und Ausland, der Möglichkeiten zu Handelsvertrags-Abschlüssen mit anderen Nationen ausloten sollte,
  • als anonymer Autor von Beiträgen in der Preußischen Staatszeitung, der Leipziger Illustrierten, der Augsburger Allgemeinen Zeitung und dem Deutschen Kunstblatt,
  • als pfiffiger, unkonventioneller Polizeipräsident in Posen und Berlin, der 1848 als Kontaktmann zwischen dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. und den zu mehr Einfluß strebenden Personen fungierte,
  • als Dokumentarist der Vorgänge in der Berliner Märzrevolution,
  • als Förderer von Personen, die ebenfalls Beiträge dazu liefern konnten, um ein umfassendes, möglichst sachliches historisches Bild zu 1848 für die Nachwelt zu erhalten,
  • 1848 als Organisator einer Bürgerwehr in Berlin,
  • als Organisator einer - zum großen Teil unbewaffneten - Schutzpolizei in Preußen,
  • als Erfinder des - heute noch gültigen - Prinzips der Deeskalation im aktiven Polizeidienst,
  • als Generalkonsul für Spanien und Portugal,
  • als Autor verschiedener Sachbücher zur Gefängniskunde, zur frühen Geschichte der Hohenzollern, zu Geschichte, Geographie, Handel und Volkssitten in Spanien sowie seinen Kolonien auf den Kanarischen Inseln, Portugal und seinen Kolonien,
  • als Forscher und Sammler auf den Gebieten Botanik, Zoologie, Mineralogie, Kunstgewerbe und Kunst für Museen in der Heimat,
  • als Gutachter in archäologischen Fragen,
  • zuletzt für den Deutschen Zollverein als erster deutscher Ministerresident und Generalkonsul in Persien.

 

 

 

Hunderte auf drei Kontinenten entstandene Zeichnungen zeigen zahlreiche Orte und Gebäude, die es heute nicht mehr gibt. Manche idyllisch wirkende Darstellungen belegen Orte, die hochpolitisch sind, da sie Belege für die asymmetrische Kriegsführung unter der französischen Kolonialmacht in Algerien sind.

 

Minutoli war ein kontaktfreudiger, unermütlich tätiger engagierter Humanist, ein Menschen- und Tierfreund, ein wandlungsfähiger sportlicher Dandy, der auch unter härtesten Bedingungen seinen Dienst für das Vaterland und die Wissenschaft erfüllte.

 

 

 

Kontakt:                                    

Dorothea Minkels

13465 Berlin              

Mail: dminkels@t-online.de