in: Helmut Bleiber, Walter Schmidt, Susanne Schötz (Hrsg.)

Akteure eines Umbruchs. Männer und Frauen der Revolution 1848/49. Band 2, Berlin 2007, S. 427 - 472.

Dorothea Minkels: Julius von Minutoli (1804-1860). Berliner Polizeipräsident im Revolutionsjahr 1848.

Kapitel:

  • Kindheit und Jugend
  • Im preußischen Staatsdient in Posen
  • Polizeipräsident in Berlin
  • Der Jahresbeginn 1848 und die ersten Märztage
  • Das Militär provoziert das Volk
  • Vergebliche Deeskalierungsversuche am 18. März 1848
  • Die Einrichtung der Bürgerwehr am 19. März 1848
  • Der doppelte Zweck des königlichen Umritts am 21. März
  • Streit um die Beerdigung der Gefallenen
  • Die erste große Volksversammlung nach der Revolution
  • Die Rückkehr des Militärs
  • Sympathien für den Polizeipräsidenten
  • Zwischen dem Druck "von oben" und "von unten"
  • Die Veröffentlichung der Revolutionsereignisse
  • Intrigen und Entlassung
  • Handschriften und Zeichnungen als Quellen zur Revolution von 1848
  • Als Diplomat ins Ausland verbannt
  • Minutolis Rolle und Stellung in der Geschichte

 

 

Auszug aus der Rezension von Manfred H. W. Köhler, Franfurt/M. in:

Naussauische Annalen, S. 696f.;

... Julius von Minutoli, der als Berliner Polizeipräsident die preußische Monarchie zu stabilisieren versuchte, indem er zwischen Königtum und Volk zu vermitteln suchte, wofür er von dem Prinzen von Preußen in die politische Verbannung geschickt wurde, ...

 

Rezension von Wolfgang Schröder : "Im <besten Mannesalter von 44 Jahren> agierte - teilweise geradezu atemberaubend von Dorothea Minkels detailliert präsentiert - der äußerst flexible Berliner Polizeipräsident Julius von Minutoli."
(-> www.rosalux.de)


Dem Vereinsmitglied und naturkundlichen Sammler Julius von Minutoli, in:

Historischer Verein Bamberg, Bericht 140 (2004), S. 187-196.

 

 

 

Dorothea Minkels (Oystein Ecroll, Übersetzer):

Brodrene von Minutolis norske reise i 1835 - og deres forhold til J. C. Dahl in: Fortidsminneforeningen. The society for the preservation of norwegian ancient monuments. Saertrykk av Arbok 2009, (Jahrbuch), Oslo/Norwegen, S. 151-156.

 

Zusammenfassung:

 

 

 

Der auf vielen Wissensgebieten hoch gebildete Jurist und Staatswissenschaftler Dr. Julius Rudolph Ottomar Menu von Minutoli (1804-1860) war auf vielen Arbeitsgebieten tätig:

 

  • als Gutachter für die Restauration einer alten Kirche in Vallendar bei Koblenz,
  • als für die Probleme der Menschen engagierter Beamter für Polizei- und Militärangelegenheiten in Posen [heute Poznan/Polen] und Berlin mit besonderem Schwerpunkt auf der Gefängniskunde,
  • als Forschungsreisender,
  • als Architekturzeichner, Darsteller von Personen, Trachten, Uniformen, Objekten aus dem Kunstgewerbe und des Handels, Dokumentarist der Tierhaltung und der Industrieentwicklung in verschiedenen Ländern,
  • als Berater der Regierung des preußischen Königs und Ministerien der spanischen Königin,
  • als Kontaktmann zu einflußreichen Persönlichkeiten und Herrschern im In- und Ausland, der Möglichkeiten zu Handelsvertrags-Abschlüssen mit anderen Nationen ausloten sollte,
  • als anonymer Autor von Beiträgen in der Preußischen Staatszeitung, der Leipziger Illustrierten, der Augsburger Allgemeinen Zeitung und dem Deutschen Kunstblatt,
  • als pfiffiger, unkonventioneller Polizeipräsident in Posen und Berlin, der 1848 als Kontaktmann zwischen dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. und den zu mehr Einfluß strebenden Personen fungierte,
  • als Dokumentarist der Vorgänge in der Berliner Märzrevolution,
  • als Förderer von Personen, die ebenfalls Beiträge dazu liefern konnten, um ein umfassendes, möglichst sachliches historisches Bild zu 1848 für die Nachwelt zu erhalten,
  • 1848 als Organisator einer Bürgerwehr in Berlin,
  • als Organisator einer - zum großen Teil unbewaffneten - Schutzpolizei in Preußen,
  • als Erfinder des - heute noch gültigen - Prinzips der Deeskalation im aktiven Polizeidienst,
  • als Generalkonsul für Spanien und Portugal,
  • als Autor verschiedener Sachbücher zur Gefängniskunde, zur frühen Geschichte der Hohenzollern, zu Geschichte, Geographie, Handel und Volkssitten in Spanien sowie seinen Kolonien auf den Kanarischen Inseln, Portugal und seinen Kolonien,
  • als Forscher und Sammler auf den Gebieten Botanik, Zoologie, Mineralogie, Kunstgewerbe und Kunst für Museen in der Heimat,
  • als Gutachter in archäologischen Fragen,
  • zuletzt für den Deutschen Zollverein als erster deutscher Ministerresident und Generalkonsul in Persien.

 

 

 

Hunderte auf drei Kontinenten entstandene Zeichnungen zeigen zahlreiche Orte und Gebäude, die es heute nicht mehr gibt. Manche idyllisch wirkende Darstellungen belegen Orte, die hochpolitisch sind, da sie Belege für die asymmetrische Kriegsführung unter der französischen Kolonialmacht in Algerien sind.

 

Minutoli war ein kontaktfreudiger, unermütlich tätiger engagierter Humanist, ein Menschen- und Tierfreund, ein wandlungsfähiger sportlicher Dandy, der auch unter härtesten Bedingungen seinen Dienst für das Vaterland und die Wissenschaft erfüllte.

 

 

 

Kontakt:                                    

Dorothea Minkels

13465 Berlin              

Mail: dminkels@t-online.de